Nach der Bestattung wird es still — und für viele Angehörige beginnt erst dann die schwerste Zeit. In Bern gibt es dafür Anlaufstellen: kostenlose Trauercafés, moderierte Selbsthilfegruppen, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie professionelle Trauerbegleitung. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt und wie Sie den passenden finden.

Trauer braucht keine Diagnose

Trauer ist keine Krankheit. Sie ist eine gesunde Reaktion auf einen Verlust — und sie verläuft bei jedem Menschen anders. Manche brauchen Gespräche, andere Bewegung, wieder andere einfach Zeit.

Hilfe zu suchen bedeutet also nicht, dass etwas «nicht stimmt». Es bedeutet nur, dass Sie den Weg nicht allein gehen müssen.

Aufmerksam werden sollten Sie, wenn Sie über Wochen nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, den Alltag nicht bewältigen oder Gedanken haben, nicht mehr leben zu wollen. Dann ist die Hausärztin oder der Hausarzt die richtige erste Adresse.

Trauercafés: niederschwellig und kostenlos

Ein Trauercafé ist ein offener Treffpunkt für Menschen, die jemanden verloren haben. Es gibt keine Anmeldung und keine Verpflichtung, etwas zu erzählen. Man kann auch nur zuhören.

Das Offene Trauer Café Bern wird von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen moderiert und steht allen offen, die einen Verlust erlitten haben. Weitere Trauercafés gibt es unter anderem in Nidau, Konolfingen, Riggisberg, Sumiswald, Schwarzenburg, Brienz und Interlaken.

Für viele Angehörige ist das ein guter erster Schritt: unverbindlich, ohne Kosten, ohne Antrag.

Selbsthilfegruppen im Kanton Bern

Die Kontaktstelle Selbsthilfe BE führt über 25 Angebote zum Thema Tod, Trauer und Verlust — darunter Trauergruppen für Partnerverlust in Bern, Burgdorf und Thun sowie eine Trauergruppe für Jugendliche und junge Erwachsene in Bern.

Die Vermittlung ist kostenlos. Sie erreichen die telefonische Kurzberatung unter 0848 33 99 00 (8 Rappen pro Minute), Montag bis Donnerstag von 09.00 bis 12.30 und von 14.00 bis 16.30 Uhr. Eine persönliche Beratung ist nach Vereinbarung möglich.

Der Unterschied zur professionellen Begleitung: In einer Selbsthilfegruppe sprechen Betroffene mit Betroffenen. Viele empfinden gerade das als entlastend — man muss nichts erklären.

Wenn Kinder trauern

Kinder trauern anders als Erwachsene: in Wellen, oft scheinbar unbeteiligt, dann plötzlich sehr heftig. Sie brauchen keine Erklärungen für alles, aber sie brauchen ehrliche Antworten.

Im Raum Bern gibt es dafür eigene Angebote. Trauergruppen für Kinder arbeiten mit Malen, Geschichten und Ritualen — also mit Mitteln, mit denen Kinder Gefühle ausdrücken können, für die ihnen die Worte noch fehlen. Auch eine Kindertrauergruppe in Spiez und eine Waldkindertrauergruppe gehören zum Angebot in der Region.

Verschweigen Sie den Todesfall nicht, und schliessen Sie Kinder nicht von der Abschiedsfeier aus. Kinder, die dabei sein durften, verarbeiten den Verlust erfahrungsgemäss leichter. Wie Sie eine Feier gestalten können, lesen Sie unter Abdankung in Bern.

Professionelle Trauerbegleitung

Eine Trauerbegleiterin oder ein Trauerbegleiter arbeitet in Einzelgesprächen — wöchentlich, alle zwei Wochen oder nach Bedarf. Das ist keine Psychotherapie, sondern eine Begleitung durch eine Zeit, die den Alltag verändert.

Solche Angebote sind kostenpflichtig und werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Fragen Sie im Erstgespräch nach Dauer, Kosten und Ausbildung — seriöse Anbieterinnen sagen das offen.

Zeigt sich, dass hinter der Trauer eine Depression oder eine Traumafolgestörung steckt, ist eine psychotherapeutische Behandlung der richtige Weg. Diese wird über die Grundversicherung abgerechnet, wenn sie ärztlich angeordnet ist.

Kirchgemeinden und Seelsorge

Die reformierten und katholischen Kirchgemeinden in Bern und den Nachbargemeinden bieten Seelsorgegespräche an — unabhängig davon, ob Sie Mitglied sind. Auch das kostet nichts.

Für Familien, die keinen kirchlichen Bezug haben, gibt es freie Rednerinnen und Redner sowie konfessionsfreie Begleitung. Mehr dazu unter Religiöse und konfessionsfreie Abschiede in Bern.

Was Sie in den ersten Wochen entlastet

Nehmen Sie Hilfe im Alltag an. Einkaufen, Kochen, Kinderbetreuung — wer fragt, was er tun kann, meint es meist ernst.

Verschieben Sie grosse Entscheidungen. Wohnungswechsel, Kündigung, Verkauf: Was warten kann, sollte warten.

Erledigen Sie die Formalitäten nicht allein. Ämter, Versicherungen, Abmeldungen — vieles davon übernehmen wir für Sie. Eine Übersicht finden Sie in unserer Checkliste im Todesfall.

Setzen Sie sich keine Frist. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem Trauer «vorbei» sein müsste.

Wir bleiben auch danach erreichbar

Unsere Aufgabe endet nicht mit der Beisetzung. Wenn Sie Wochen später eine Frage haben — zum Grab, zu einem Dokument, zu einer Rechnung — melden Sie sich einfach. Und wenn Sie nicht wissen, an welche Stelle Sie sich wenden sollen: Rufen Sie an, wir suchen die passende Adresse mit Ihnen.

Im Trauerfall

Wir sind jetzt für Sie da — Tag und Nacht.

Ein Anruf genügt. Wir übernehmen die Überführung und alle Formalitäten mit Ämtern, Friedhof und Krematorium — in Bern und der ganzen Region.

Jetzt anrufen: +41 79 133 90 99

24 Stunden erreichbar, an 365 Tagen im Jahr. Auf Wunsch kommen wir zu Ihnen nach Hause.

24 h-Notruf: +41 79 133 90 99