Ein Sarg ist in der Schweiz in jedem Fall nötig — auch dann, wenn eine Feuerbestattung geplant ist. Bei der Urne dagegen haben Sie fast freie Wahl: Material, Form und Farbe sind kaum eingeschränkt, entscheidend ist nur, dass die Urne zur gewählten Grabart passt. Dieser Beitrag erklärt, welche Vorschriften gelten, woran sich Särge und Urnen unterscheiden und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Warum immer ein Sarg gebraucht wird
Viele Angehörige gehen davon aus, dass bei einer Kremation kein Sarg nötig sei. Das Gegenteil ist der Fall: Die verstorbene Person wird im Sarg ins Krematorium überführt und im Sarg eingeäschert. Der Schweizerische Verband der Bestattungsdienste hält dazu fest: «Ein Sarg ist in jedem Fall unerlässlich.»
Der Sarg erfüllt dabei zwei Aufgaben. Er ermöglicht eine würdige Überführung und Aufbahrung — und er ist aus hygienischen Gründen vorgeschrieben.
Welche Särge für die Kremation zugelassen sind
Für die Einäscherung gelten Materialvorschriften. Der Sarg muss vollständig und rückstandsarm verbrennen. Deshalb werden Weichhölzer verwendet.
Nicht zugelassen sind Lackierungen, Auskleidungen und Beschläge, welche die Verbrennung erschweren, stark rauchen oder explosionsartig brennen. Auch Metallteile am Sarg sind problematisch.
Kartonsärge sind in der Schweiz unüblich. Die Krematorien lehnen sie ab: Karton hat einen tiefen Brennwert und verbraucht dadurch mehr Energie, ausserdem belasten Kartonpartikel die Filteranlagen. Wer aus ökologischen Gründen einen Kartonsarg wünscht, findet in der Schweiz in der Regel kein Krematorium, das ihn annimmt.
Was im Einzelfall zulässig ist, klären wir vor der Bestellung mit dem zuständigen Krematorium ab. So entsteht keine unangenehme Überraschung.
Woran sich Särge unterscheiden
In der Schweiz werden ganz überwiegend Hölzer und Holzwerkstoffplatten verarbeitet. Die sichtbaren Unterschiede liegen weniger im Material als in der Ausführung.
Holzart und Oberfläche. Fichte, Tanne und Pappel sind die üblichen Weichhölzer. Die Oberfläche kann roh, geölt oder geschliffen sein — bei Kremationen mit umweltschonender Behandlung.
Form und Verarbeitung. Vom schlichten geraden Sarg bis zu Modellen mit profilierten Kanten und Deckelaufsatz gibt es eine grosse Bandbreite.
Innenausstattung. Auskleidung, Kissen und Decke werden meist in hellem Stoff gewählt. Auch hier gilt bei der Kremation die Materialvorschrift.
Griffe und Beschläge. Bei einer Erdbestattung sind mehr Varianten möglich als bei einer Kremation.
Die Urne: Material und Form
Bei der Urne ist die Auswahl deutlich grösser. Urnen werden aus Ton, Keramik, Porzellan, Sand, Salz, Papier, Karton, Holz, Gips, Glas und verschiedenen Metallen hergestellt.
Praktisch unterscheidet man vier Gruppen:
Schmuckurne. Die klassische Urne für die Beisetzung in einem Grab oder für die Abdankungsfeier. Gestaltung und Material sind frei wählbar.
Nischenurne. Für die Beisetzung in einer Urnenwand. Hier sind Grösse und teilweise auch Form vorgegeben, damit die Urne in die Nische passt.
Biourne. Aus Materialien, die sich in der Erde oder im Wasser vollständig zersetzen. Nötig bei Naturbestattungen und bei Beisetzungen in Gewässern.
Seeurne. Eine besondere Form der Biourne, die im Wasser sinkt und sich auflöst.
Welche Urne zu welcher Grabart passt
Die Grabart entscheidet mit, welche Urne infrage kommt. In der Stadt Bern und den Nachbargemeinden gibt es mehrere Formen:
Beim Urnenreihengrab und beim Urnenhaingrab wird die Urne in der Erde beigesetzt — hier haben Sie die grösste Freiheit bei der Wahl.
Bei der Urnennische gibt der Friedhof die Masse vor. Wir klären die zulässige Grösse vor dem Kauf ab.
Beim Gemeinschaftsgrab wird die Asche gemeinschaftlich beigesetzt. Eine eigene Urne ist dafür nicht nötig — das ist auch der Grund, weshalb diese Form die günstigste ist.
Eine Übersicht der Friedhöfe und Grabarten in Bern finden Sie in unserem Beitrag Friedhöfe in Bern und die Grabarten. Wie eine Urnenbeisetzung abläuft, lesen Sie unter Urnenbeisetzung: Ablauf in der Schweiz.
Was Sarg und Urne kosten
Die Preisspanne ist gross — bei Särgen wie bei Urnen. Sie hängt von Material, Verarbeitung und Ausstattung ab, nicht von einer festen Kategorie.
Wichtig ist deshalb weniger der Katalogpreis als die Frage, was in einer Offerte enthalten ist. Wir legen Ihnen den Sarg- und Urnenpreis immer einzeln ausgewiesen vor, zusammen mit den übrigen Positionen. Sie sehen, wofür Sie sich entscheiden, bevor Sie sich entscheiden.
Wie sich die Gesamtkosten einer Bestattung zusammensetzen, erklären wir unter Was kostet eine Bestattung in Bern?.
Wie wir Sie bei der Auswahl begleiten
Sie müssen die Auswahl nicht allein treffen und nicht sofort. Im Erstgespräch zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten, sagen offen, wo ein Aufpreis spürbar etwas verändert und wo nicht, und klären die Vorschriften des zuständigen Krematoriums oder Friedhofs ab.
Wenn Sie unsicher sind: Die schlichte Variante ist keine schlechtere Variante. Viele Familien empfinden im Rückblick die Feier und den Abschied als das Wesentliche — nicht die Ausstattung des Sarges.
Im Trauerfall
Wir sind jetzt für Sie da — Tag und Nacht.
Ein Anruf genügt. Wir übernehmen die Überführung und alle Formalitäten mit Ämtern, Friedhof und Krematorium — in Bern und der ganzen Region.
Jetzt anrufen: +41 79 133 90 99 Lieber schreiben? Schreiben Sie uns auf WhatsApp24 Stunden erreichbar, an 365 Tagen im Jahr. Auf Wunsch kommen wir zu Ihnen nach Hause.