Für viele Familien ist es die erste grosse Entscheidung nach einem Todesfall: Erdbestattung oder Feuerbestattung? Wenn die verstorbene Person nichts festgelegt hat, müssen die Angehörigen wählen – oft innerhalb weniger Tage. Dieser Beitrag zeigt, worin sich die beiden Wege unterscheiden, damit Sie in Ruhe entscheiden können.
Vorweg: Es gibt kein Richtig und kein Falsch
Beide Bestattungsarten sind gleichwertig. Die Frage ist nicht, welche besser ist, sondern welche zur verstorbenen Person und zu Ihrer Familie passt. Wenn Sie unsicher sind, hilft oft die Frage: Was hätte sie oder er selbst gewollt?
Die Feuerbestattung
Bei der Feuerbestattung wird der Sarg im Krematorium eingeäschert. Die Asche wird in eine Urne gefasst, die anschliessend beigesetzt wird. In der Schweiz ist die Feuerbestattung heute die deutlich häufigere Form – in städtischen Gebieten wie Bern liegt ihr Anteil sehr hoch.
Was für sie spricht
Zeit. Zwischen Tod und Beisetzung kann mehr Zeit vergehen. Angehörige aus dem Ausland können anreisen, die Trauerfeier lässt sich in Ruhe planen. Die Abdankung kann vor der Kremation stattfinden – oder erst Wochen später bei der Urnenbeisetzung.
Mehr Möglichkeiten bei der Beisetzung. Urnengrab, Urnennische, Gemeinschaftsgrab, Urnenhain, in vielen Gemeinden auch die Beisetzung im Familiengrab. Je nach Gemeinde und Kanton ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Beisetzung ausserhalb des Friedhofs möglich.
Kosten. In der Regel günstiger als eine Erdbestattung, weil das Grab kleiner ausfällt und der Unterhalt einfacher ist. In vielen Gemeinden ist die Kremation für Einwohnerinnen und Einwohner ganz oder teilweise kostenlos.
Pflege. Ein Gemeinschaftsgrab oder eine Urnennische verursacht keinen oder nur geringen Pflegeaufwand – ein Punkt, der für Familien wichtig ist, die nicht in der Nähe wohnen.
Was dagegen sprechen kann
Manche Menschen empfinden die Kremation als zu distanziert. Und für einige Glaubensgemeinschaften ist sie nicht vereinbar mit den religiösen Vorstellungen – dazu unten mehr.
Die Erdbestattung
Bei der Erdbestattung wird der Sarg im Grab beigesetzt. Es ist die traditionelle Form, die in ländlichen Gebieten und in bestimmten Glaubensgemeinschaften nach wie vor überwiegt.
Was für sie spricht
Tradition und Glaube. Für viele Familien ist die Erdbestattung der selbstverständliche Weg – weil es immer so war, weil ein Familiengrab besteht, weil der Glaube es so vorsieht.
Ein greifbarer Ort. Das Grab entsteht unmittelbar und wird zum festen Ort der Erinnerung. Für viele Trauernde ist dieser Aspekt entscheidend.
Ein durchgehender Ablauf. Abdankung und Beisetzung finden am selben Tag statt. Der Abschied hat einen klaren Anfang und ein klares Ende.
Was zu bedenken ist
Der zeitliche Spielraum ist kleiner – die Beisetzung findet in der Regel innerhalb weniger Tage statt. Das Grab braucht Pflege über die gesamte Ruhezeit, die je nach Gemeinde meist zwischen 20 und 25 Jahren liegt. Und die Gesamtkosten fallen häufig höher aus, insbesondere durch Sarg und Grabmal.
Religiöse Aspekte
Wir richten den Abschied nach Ihren Vorstellungen aus – kirchlich, konfessionsfrei oder nach den Gepflogenheiten Ihrer Glaubensgemeinschaft.
Die reformierte und die römisch-katholische Kirche akzeptieren heute beide Bestattungsarten. In verschiedenen anderen Glaubensgemeinschaften ist die Erdbestattung vorgeschrieben, teilweise verbunden mit besonderen Anforderungen an Zeitpunkt und Ablauf. Mehr dazu in unserem Beitrag über religiöse und konfessionsfreie Abschiede in Bern.
Die Trauerfeier ist unabhängig von der Bestattungsart
Ein verbreitetes Missverständnis: Viele denken, bei einer Feuerbestattung sei nur eine schlichte Feier möglich. Das stimmt nicht.
Sie können in beiden Fällen eine Abdankung in der Kirche halten, eine Feier in der Abdankungshalle gestalten, Musik und Redner einbeziehen, sich im engsten Kreis verabschieden – oder ganz auf eine Feier verzichten. Auch eine Aufbahrung und ein persönlicher Abschied am offenen Sarg sind bei der Feuerbestattung möglich, vor der Kremation.
Wie Sie zu einer Entscheidung kommen
Fragen Sie zuerst nach dem Willen der verstorbenen Person. Gibt es eine Bestattungsverfügung, ein Testament, ein Gespräch, an das sich jemand erinnert?
Prüfen Sie, ob ein Familiengrab besteht und ob dort eine Beisetzung noch möglich ist. Überlegen Sie, wo die Familie lebt und wer das Grab in den kommenden Jahren besuchen und pflegen wird. Und sprechen Sie miteinander – eine Entscheidung, die alle mittragen, trägt auch später.
Einen Überblick über die verfügbaren Grabarten finden Sie in unserem Beitrag zu den Friedhöfen in Bern.
Wir begleiten Sie – bei beiden Wegen
Ob Erd- oder Feuerbestattung: Wir übernehmen die Organisation vollständig, von den Behördengängen über die Koordination mit Friedhof und Krematorium bis zur Gestaltung der Abdankung. Sie erhalten eine klare Offerte, bevor Sie sich entscheiden.
ERSA Bestattungen – Ihr Bestattungsinstitut für Bern und Umgebung
24h-Notruf: +41 79 133 90 99
Hinweis: Grabarten, Ruhezeiten und Gebühren sind je nach Gemeinde und Kanton unterschiedlich geregelt. Wir klären die Bedingungen Ihrer Wohnsitzgemeinde für Sie ab.
Im Trauerfall
Wir sind jetzt für Sie da — Tag und Nacht.
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