Wenn ein Mensch stirbt, müssen viele Menschen davon erfahren – Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskolleginnen, der Verein. In der Schweiz geschieht das auf zwei Wegen: über die Todesanzeige in der Zeitung und über das Leidzirkular, das persönlich verschickt wird. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied, den Aufbau und was Sie beachten sollten.

Todesanzeige oder Leidzirkular – was ist was?

Die Todesanzeige erscheint in einer regionalen Zeitung. Sie richtet sich an die Öffentlichkeit: an alle, die von der verstorbenen Person gehört haben könnten, und an jene, deren Adresse die Familie nicht kennt.

Das Leidzirkular ist ein gedrucktes Blatt, das per Post an einen bestimmten Kreis von Menschen geht. Es ist persönlicher und wird oft auch als Einladung zur Abdankung verstanden.

Inhaltlich sind die beiden meist nahezu identisch. Der Unterschied liegt im Weg: die eine öffentlich, das andere adressiert.

Viele Familien wählen beides. Es geht aber auch nur eines. Wer einen stillen Abschied im engsten Kreis wünscht, verzichtet häufig auf die Zeitungsanzeige und verschickt nur ein Leidzirkular – manchmal erst nach der Beisetzung, mit dem Hinweis, dass diese bereits stattgefunden hat.

Der Aufbau: die sieben Bausteine

Ein Leidzirkular folgt in der Schweiz einer bewährten Struktur. Sie müssen sie nicht einhalten – aber sie hilft, wenn einem die Worte fehlen.

1. Der einleitende Text. Ein Vers, ein Zitat, eine Zeile aus einem Lied oder ein Satz, der zur verstorbenen Person passt. Manche Familien wählen einen Bibelvers, andere eine Zeile von jemandem, den die verstorbene Person gerne gelesen hat.

2. Die Ankündigung. Der Satz, der mitteilt, dass jemand gestorben ist – etwa «Wir nehmen Abschied von» oder «In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied».

3. Die Angaben zur verstorbenen Person. Vor- und Nachname, gegebenenfalls Ledigname, Geburts- und Todesdatum, Wohnort. Bei einer längeren Krankheit steht manchmal ein Hinweis darauf, dass der Tod erwartet war.

4. Die Trauerfamilie. Die Namen der nächsten Angehörigen, meist in einer festen Reihenfolge: Ehepartnerin oder Ehepartner, Kinder mit ihren Familien, Geschwister, weitere Verwandte. Hier lohnt sich Sorgfalt – Auslassungen werden bemerkt und verletzen.

5. Die Angaben zur Abdankung. Datum, Uhrzeit und Ort der Trauerfeier sowie Angaben zur Beisetzung. Falls die Beisetzung im engsten Kreis stattfindet, sollte das klar formuliert sein. Was bei der Gestaltung der Feier möglich ist, lesen Sie im Beitrag zur Abdankung in Bern.

6. Blumen oder Spende. Viele Familien bitten heute statt Blumen um eine Spende an eine Organisation, die der verstorbenen Person wichtig war. Wenn Sie das tun, geben Sie den vollständigen Namen und die Kontoangaben an.

7. Die Trauer- und Korrespondenzadresse. Wohin Kondolenzkarten gerichtet werden sollen.

Formulierungen, die tragen

Die häufigste Sorge lautet: «Wir wissen nicht, wie wir es schreiben sollen.» Das ist normal. Ein paar Hinweise aus der Praxis.

Schreiben Sie einfach. Ein schlichter Satz wirkt stärker als eine gesuchte Formulierung. «Wir vermissen dich» sagt mehr als drei Zeilen gehobene Sprache.

Bleiben Sie bei dem, was stimmt. Wenn das Verhältnis kompliziert war, wählen Sie eine Formulierung, hinter der die Familie stehen kann. Wer «in tiefer Dankbarkeit» schreibt, ohne es zu meinen, liest es später mit Unbehagen.

Nennen Sie etwas Konkretes. Ein Beruf, ein Hobby, der Garten, das Jassen am Donnerstag: Ein einziges konkretes Detail macht aus einer Anzeige einen Menschen.

Lassen Sie jemanden gegenlesen. Namen, Daten und Ortsangaben sollten von einer zweiten Person geprüft werden. Ein falsches Geburtsjahr im Druck lässt sich nicht mehr korrigieren.

Zeitplan: wann was passieren muss

Todesanzeigen haben bei jeder Zeitung eigene Annahmeschlusszeiten, meist ein bis zwei Werktage vor Erscheinen. Wenn die Anzeige vor der Abdankung erscheinen soll – was die Regel ist –, wird der Zeitplan rasch eng.

Praktisch heisst das: Der Text sollte innerhalb der ersten zwei bis drei Tage nach dem Todesfall stehen. Wir übernehmen die Aufgabe der Anzeige bei den Zeitungen, prüfen die Fristen und stimmen den Erscheinungstermin auf die Abdankung ab.

Beim Leidzirkular kommen Druck und Postweg dazu. Rechnen Sie mit einigen Tagen zwischen Freigabe und Zustellung – bei Empfängerinnen und Empfängern im Ausland mit deutlich mehr.

Gestaltung und Kosten

Leidzirkulare gibt es in verschiedenen Formaten, Papierqualitäten und Ausführungen, mit passenden Couverts und auf Wunsch mit einem Foto. Die Gestaltung reicht von sehr schlicht bis aufwendig.

Die Kosten hängen von drei Grössen ab: der Auflage, der Ausführung und – bei der Zeitungsanzeige – der Grösse und dem Titel. Eine Anzeige in einer grossen Tageszeitung kostet ein Vielfaches derselben Anzeige in einem lokalen Blatt. Wir rechnen Ihnen die Varianten vorgängig durch, damit Sie entscheiden können, bevor etwas ausgelöst wird. Eine Übersicht über alle Kostenblöcke einer Bestattung finden Sie im Beitrag Was kostet eine Bestattung?.

Die Danksagung

Einige Wochen nach der Beisetzung folgt oft eine Danksagung – als Zeitungsinserat oder als Karte an jene, die kondoliert oder geholfen haben. Sie ist keine Pflicht, wird aber von vielen als guter Abschluss empfunden. Auch hier gilt: kurz, schlicht, ehrlich.

Sie müssen das nicht allein schreiben

Wir setzen den Text mit Ihnen zusammen, schlagen Formulierungen vor, wenn Sie welche brauchen, kümmern uns um Gestaltung und Druck und geben die Anzeige bei den Zeitungen auf. Auf Wunsch adressieren und versenden wir die Leidzirkulare, wenn Sie uns die Adressliste geben.

Wer bereits zu Lebzeiten festhalten möchte, ob und in welcher Form eine Anzeige erscheinen soll, findet Hinweise in unserem Beitrag zur Bestattungsvorsorge.

ERSA Bestattungen – Ihr Bestattungsinstitut für Bern und die ganze Schweiz
24h-Notruf: +41 79 133 90 99

Hinweis: Annahmeschlusszeiten, Tarife und Formate der Zeitungen ändern sich. Wir prüfen die aktuellen Bedingungen für Ihren Fall.

Im Trauerfall

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